Meldet Kraken ans Finanzamt?
Anbieter, die über eine in der EU zugelassene Gesellschaft tätig sind, fallen unter die Meldepflicht des Kryptowerte-Steuertransparenzgesetzes. Kraken wird in Europa über die irische Payward Europe Solutions Limited erbracht, die seit dem 25. Juni 2025 eine MiCAR-Zulassung der Central Bank of Ireland hat. Für Sie heißt das: Gehen Sie davon aus, dass Ihre Vorgänge dort erfasst sind — und sorgen Sie dafür, dass Ihre Erklärung dazu passt.
Rechtsstand: 9. September 2026
Was DAC8 für Kraken-Nutzer bedeutet
Die Meldepflicht knüpft an die Kategorie des Anbieters an, nicht an seinen Namen. Kraken ist in Europa über zwei irische Gesellschaften aufgestellt: Payward Europe Solutions Limited mit einer MiCAR-Zulassung für Verwahrung, Tausch, Orderausführung und Transfer, und Payward Global Solutions Limited für den Betrieb der Handelsplattform. Beide Zulassungen datieren vom 25. Juni 2025 und sind im ESMA-Register geführt; sie gelten über den EU-Pass im gesamten EWR.
Ob und in welchem Umfang Kraken tatsächlich meldet, sagen wir nicht — das wäre eine Behauptung über ein fremdes Unternehmen, die sich von außen nicht belegen lässt. Was sich sagen lässt: Die Kategorie stimmt, und damit ist die Annahme vernünftig, dass die Finanzverwaltung Ihre Vorgänge kennt oder kennen wird.
Welche Daten das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz umfasst und ab wann gemeldet wird, steht auf unserer Seite zu DAC8 und der Meldepflicht.
Welche Exporte Kraken selbst bereitstellt
Kraken bietet drei Exporttypen an. Die Wahl zwischen ihnen entscheidet darüber, ob die spätere Berechnung vollständig wird — und sie wird häufig falsch getroffen.
Die drei Exporttypen nach den Angaben im Kraken-Support, abgerufen am 9. September 2026.
| Typ | Inhalt |
|---|---|
| Ledgers | Einzahlungen, Auszahlungen, Gebühren und andere Bilanzänderungen im Zeitverlauf — der Export, den Sie brauchen |
| Trades | detaillierte Ausführungsinformationen für Margin- und Nicht-Margin-Trades |
| Balances | Momentaufnahme der Salden zu einem bestimmten Datum |
- Format wahlweise CSV oder PDF.
- Trades und Ledgers verlangen Start- und Enddatum, Balances nur ein einzelnes Datum.
- Die Erstellung dauert zwischen einigen Minuten und bis zu einer Woche.
- Fertige Exporte bleiben 14 Tage abrufbar — und Kraken verschickt nach eigenen Angaben keine E-Mail-Benachrichtigung, wenn ein Export fertig ist.
Diese beiden letzten Punkte greifen ineinander: Wer einen Export beantragt, keine Benachrichtigung bekommt und erst nach drei Wochen nachsieht, findet ihn nicht mehr und muss von vorn anfangen — mit einer Wartezeit, die wieder bis zu einer Woche betragen kann. Bei einer Selbstanzeige unter Zeitdruck ist das ein realer Verlust.
Typische Stolperstellen bei Kraken-Daten
Kraken hat die beste Datenlage der großen Handelsplätze — die vollständige Historie liegt in einem einzigen Ledger-Export. Die Fallen liegen deshalb nicht in Lücken, sondern in der Benennung.
„Trades" statt „Ledgers"
Der Trades-Export sieht vollständig aus, enthält aber nur Ausführungen. Ein- und Auszahlungen, Gebühren und sonstige Bilanzänderungen fehlen. Der Fehler fällt erst beim Bestandsabgleich auf — dann, wenn die Berechnung schon steht.
XBT statt BTC, X- und Z-Präfixe
In der Oberfläche steht seit April 2021 BTC — in den Historienexporten verwendet Kraken weiterhin XBT. Dazu kommen Codes wie XETH, XLTC, XXRP sowie ZEUR und ZUSD für die Währungen. Auswertungswerkzeuge lesen solche Codes teils als unbekanntes Asset, wenn die Zuordnung nicht gepflegt ist.
Suffixe bei gestakten Beständen
Asset-Codes mit dem Zusatz .S bezeichnen onchain gestakte Bestände, .M Opt-In-Rewards-Bestände und .P an Parachains gebundene Bestände. XTZ und XTZ.S sind derselbe Coin in zwei Zuständen — werden sie als zwei Assets gelesen, entstehen Phantombestände und Tauschvorgänge, die es nie gab.
Wie sich solche Rohdaten zu einer belastbaren Berechnung zusammenführen lassen, beschreiben wir im Beitrag zur Krypto-Datenaufbereitung und den Steuerreports. Die materiellen Grundlagen stehen im Krypto-Steuer-Ratgeber.
Was tun, wenn frühere Jahre nicht erklärt sind
Die gute Nachricht zuerst: Bei Kraken ist die Beschaffung der Daten selten das Problem. Ein Ledger-Export über den gesamten Zeitraum liefert die Grundlage, und damit lässt sich für jedes Jahr sauber ermitteln, was steuerpflichtig war.
Entscheidend ist der Zeitpunkt, nicht die Datenlage. Eine Selbstanzeige nach § 371 AO kann nur wirken, solange kein Sperrgrund eingetreten ist — und sie muss vollständig sein, sonst entfällt die Straffreiheit ganz und nicht anteilig. Deshalb wird erst gerechnet und dann eingereicht, nie umgekehrt.
Voraussetzungen, Sperrgründe und Ablauf stehen auf unserer Seite zur Krypto-Selbstanzeige.
Quellen
- Kraken Support: „How to export your account history", abgerufen am 9. September 2026
- Kraken Support: „Bitcoin currency code: XBT vs BTC" und „What is Asset.S and Asset.M?", abgerufen am 9. September 2026
- Central Bank of Ireland, MiCAR-Zulassung vom 25. Juni 2025; ESMA-Register der zugelassenen Kryptowerte-Dienstleister

Über den Autor
Maximilian Klein — Steuerberater
Steuerberater mit Schwerpunkt auf der Aufarbeitung von Krypto-Transaktionsdaten und Nacherklärungen über mehrere Jahre.
Hinweis: Diese Seite gibt die Rechtslage zum Stand 9. September 2026 wieder und ist keine Beratung im Einzelfall. Angaben zu Produkten und Exportwegen geben den am 9. September 2026 abgerufenen Stand wieder und können sich ändern. Ob und in welcher Form Handlungsbedarf besteht, hängt von Ihren konkreten Unterlagen ab und setzt deren Prüfung voraus.
Nächster Schritt
Kraken-Historie aufbereiten lassen
Ein Ledger-Export über den gesamten Zeitraum genügt als Grundlage. Wir sagen Ihnen, welche Jahre offen sind und was daraus folgt.